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- Duo Nurit Stark/Cédric Pescia, Wieloch, 7. 02.2010
Die israelische Geigerin Nurit Stark und der französisch-schweizerische Pianist Cédric Pescia gehören zwar (noch) nicht zu den am lautesten beworbenen Nachwuchskräfte ihrer Zunft, haben sich aber bei Szenekennern sehr wohl schon den Ruf musikalischer Geheimtipps erarbeitet.
Beim siebten Saisonkonzert der Kunstfreunde Wiesloch machte das gemeinsam in Berlin lebende Künstlerpaar mit einem Solo- und Duowerke vereinenden Programm deutlich, dass sie die Vorschusslorbeeren allemal berechtigt sind.
Als Auftaktstück war ausgerechnet Bachs monumentale Violin-Chaconne angekündigt – ein höchst anspruchsvolle, dergestalt vielleicht heikle Angelegenheit. Stark allerdings nahm einen mit ihrem außergewöhnlich reifen und beseelten Spiel vom ersten Ton an gefangen.
Gute, junge Geigerinnen mag es derzeit zwar viele geben, aber diese wunderbar ruhig und uneitel wirkende Anfangdreißigerin ist – vor allem durch ihr (be-)zwingendes Gespür für den natürlichen melodischen und expressiven Fluss der Musik- etwas Besonderes. Dies zeigt sich auch danach in Brahms´ d-moll-Violinsonate op. 108, welche die eigentlich vorgesehene zweite Schumann-Sonate ersetzte. In dem selten detailsubtiler und dialogintensiver ausgeleuchteten Viersätzer konnte man erleben, wie perfekt Stark/Pescia als Duo funktionieren.
Die individuelle Klangkunst des 1976 geborenen Pianisten rückte zu Beginn der zweiten Programmhälfte in den Blickpunkt. Noch mehr als seine virtuose Messiaen-Leidenschaft („le Courlis Cendré“ aus dem „Catalogue d´Oiseaux“) faszinierte dabei sein geradezu magisches Couperin-Gefühl (Les Folies françoises, ou les Dominos“), das den Meister der französischen Cembalomusik mir einer an Legenden wie Marcelle Meyer erinnernden Selbstverständlichkeit für den modernen Konzertflügel „aktivierte“.
Zur überragenden Entdeckung des Abends wurde George Enescus „im volkstümlichen rumänischen Charakter“ geschriebene dritte Violinsonate Op. 25 von 1926, gegen deren authentischen „alla zingarese“- Stil die meisten Zigeunermusiken anderer Komponisten vergleichsweise abgeschmackt aussehen. Stark/Pescia ernteten für ihre den Improvisationsgeist und Farbenrausch des knapp halbstündigen Dreisätzers kongenial vermittelnde Darstellung zu Recht Ovationen. Dieses Traum-Duo sollten alle Kammermusik-Liebhaber fest im Auge behalten.
Cédric Pescia
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